Mittelalterfest 2011 Rückblick

799 Jahre Stadtrecht in Enns

Das Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2011

(Ein Bericht von Franz Kamptner)

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Hier kommst du zu den Berichten über über das Mittelalterfest und zu verschiedenen Fotogalerien! Viel Spaß beim Nachlesen und Anschauen!

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Freitag, 5. August 2011

Früher Vormittag

Nach einer aufregenden Nacht quälen sich die ersten aus ihren Zeltern. Verschlafen reiben sie sich die Augen. Eigentlich ist es noch zu früh zum Aufstehen, aber die Vorfreude auf das große Fest, lässt sie nicht mehr zur Ruhe kommen.

Einiges ist noch zu erledigen. Das erkennt man, wenn man auf das noch leere Areal des Schlossparks blickt. Hier werden heute Abend zahlreiche Zelte und Handelsstände stehen. Noch ist aber nicht sehr viel davon zu erkennen. Lediglich „Milites Templar Spilberg“ und „Civium Anasi“ haben ihre Zelter bereits aufgebaut und die Nacht von Donnerstag auf Freitag im Schlosspark verbracht – eine nicht ganz ruhige Nacht, da Jugendliche versucht hatten ein Civium Anasi Zelt abzubauen. Dank den wachsamen Ohren der Templar konnte Schlimmeres verhindert werden.

Daran denken nun aber nur mehr wenige. Wichtigeres steht im Vordergrund. Nach und nach treffen die ersten Gruppen, die ersten Händler ein. Nun gilt es, die einzelnen Plätze zu vergeben, Aufbauarbeiten zu koordinieren und alles für die Festeröffnung am heutigen Abend vorzubereiten. Dank der großartigen Unterstützung durch die Stadtgemeinde Enns, konnte die Infrastruktur auf dem Festgelände erheblich verbessert werden.

Auch Petrus schien den Veranstaltern und den Teilnehmern hold gesonnen zu sein. Statt des noch wenigen Tagen zuvor angekündigten Regens, strahlte die Sonne vom Himmel und gab den müden Aufbauern neuen Schwung. So wuchsen der Markt und das Lager kontinuierlich und mit jeder Stunde konnte man neue Zelter, konnte man neue Handelsstände erkennen. Es herrschte reges Treiben auf dem Schlossparkgelände. Autos fuhren von einer Stelle zur anderen, Stangen und Planen wurden ausgeladen, das Feuerholz und die Strohballen wurden zu den soeben errichteten Feuerstellen transportiert. Noch waren viele Indizien zu erkennen, dass man sich im 21. Jahrhundert befand. Wenige Stunden später sah die Lager jedoch ganz anders aus.

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Collis Vacarum Schwertkampf in der Arena

Nachmittag und Abend

Je näher der Eröffnungszeitpunkt näher rückte, desto emsiger waren alle am Arbeiten. Bis um 19 Uhr sollte alles fertig sein, sollte alles stehen, sollten alle Fahrzeuge den Platz verlassen haben, sollten alle Teilnehmer in mittelalterlicher Gewandung an der Eröffnungsfeierlichkeit teilnehmen. Die 19 Stunde rückte näher und die Spannung, die Aufregung, die Vorfreude stieg mit jeder einzelnen Minute.

Kurz nach 19 Uhr ließ die Ennser Bürgerschaft die Trommeln erklingen. Der Obmann des Kulturvereins Civium Anasi hatte alle teilnehmenden Lagergruppen auf den Festplatz gebeten und eröffnete nun mit noch frischer, voller Stimme das Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2011. Wie groß die Teilnehmerzahl in diesem Jahr war, konnte man spätestens durch die vielen aufgerufenen Lagergruppen erkennen, die vom Publikum allesamt mit einem frenetischen Applaus in Enns begrüßt wurden.

Nun tauchte Enns ein, in eine glänzende Epoche seiner Stadtgeschichte. Am Schlosspark gingen von nun an die Uhren bis zum Marktende am Sonntag anders. Enns tauchte ein in die Zeit um die Stadterhebung 1212 und feierte das 799. Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts.

An diesem ersten Abend sorgten Schulmeister und Sackpfeifer sowie Arnulf das Schandmaul für ausgelassene Stimmung auf der Hauptbühne. Die ersten Stunden nutzten viele Besucher dazu, sich umzuschauen, einen Eindruck von der Größe und Vielseitigkeit des Festes zu erhalten. Kurz nach 8 Uhr lud der Verein „Gaudeamus“ zum mittelalterlichen Tanz vor der Hauptbühne und gaben damit einen Vorgeschmack auf den Tanz am Samstagabend.

Je dunkler es auf dem Festgelände wurde, umso mehr verschönerte sich die Stimmung. Zahlreiche kleine Feuer, Kerzen und Öllampen tauchten das Areal in ein schimmerndes Licht.

Für viele Kinder rückte nun nach und nach der erste Höhepunkt des Festes näher. An diesem Abend stand noch der traditionelle Fackelzug auf dem Programm. Begleitet von Schulmeister und Sackpfeifer, die zahlreiche alte Kinderlieder zum Besten gaben, zog eine große Gruppe Kinder mit Fackeln durch das herrlich beleuchtete Festgelände. Vorbei ging es an den vielen Ständen, an den Lagern der Gruppen, in vielen Schleifen und Kurven zurück zur Hauptbühne. Dort tanzten die Kinder mit ihren Fackeln im Kreis zum Klang der Musik. Als kleine Belohnung zeigte die Feuermatrix eine erste Kostprobe von ihrer wenige Minuten später stattfindenden Feuershow.

Diese bildete den Abschluss des offiziellen Programms des ersten Festtages. Gekonnt wurden hier mit brennenden Reifen, Stangen, Ketten und Fächern jongliert. Begleitet wurden sie vom Pfyffer vom Eichberg, einer Hälfte der Civium Anasi Troubadoure. Das Publikum war begeistert von der Show und forderte noch zahlreiche Zugaben.

Irgendwann ging aber auch die letzte der Zugaben zu Ende. Von nun an wurde es etwas ruhiger am Festgelände. Viele nutzten die Zeit, um sich mit lange nicht mehr gesehenen Bekannten zu treffen. Neuigkeiten wurden im Schein der vielen kleinen Feuer ausgetauscht, das eine oder andere gute Tröpfchen wurde in gemütlicher Runde geleert. Langsam aber stetig ging der erste Festtag zu Ende, dem aber zum Glück noch zwei weitere folgen würden. Das Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2011 war nur eröffnet.

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Kinder beim Schattenspiel Nachts im Furor Celticus Lager

Samstag, 6. August 2011

Morgen

Sehr bald schon sah man die ersten Frühaufsteher. Die letzte Lagerwache beendete ihren Dienst und begab sich noch zu einem kleinen Schläfchen in ihre Zelter. Auf Grund der Vorkommnisse der Nacht von Donnerstag auf Freitag, hatte man auf Initiative des Steyrer Vereins „Amentes Antiquitates“ eine Lagerwache, bestehend aus verschiedensten Gruppen eingeteilt. Man wollte verhindern, dass noch etwas passierte und so konnten viele eine angenehme und ruhige Nacht verbringen.

Schön langsam begann das Lager zu erwachen. Die ersten Lagerfeuer wurden entfacht, Sarazenentrank (Kaffee) wurde zugestellt, einige traten vor ihr Lager und streckten sich nach allen Richtungen, um munter zu werden. Noch lag ein dichter Nebel über dem Fest, die Luft war feucht und kühl. Das würde sich jedoch in wenigen Stunden bereits komplett geändert haben.

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Festbesucher in Gewandung Arnulf das Schandmaul Bogenschießen für Groß und Klein

Vormittag

Mit der immer noch kräftigen Stimme des Obmanns (wie lange würde die noch halten?) wurden dann die letzten aus ihrem Schlaf gerissen. Der erste große Programmpunkt des heutigen Tages war bereits um 10 Uhr angesetzt. Wie im letzten Jahr, so würden auch heuer wieder die vielen Teilnehmer in einem großen Zug auf den Ennser Hauptplatz ziehen. Was die Besucher dort erwartete überraschte viele.

Kurz nach 10 Uhr setzte sich der Festzug in Bewegung. Alle hatten sich herausgeputzt, die Banner, Fahnen und Standarten der einzelnen Gruppen wehten im Wind, die Sonnen strahlte zum Himmel und entschädigte nun viele für die regenreiche kalte Nacht. Ein kurzer Blick von der Spitze des Zuges bis zu seinem Ende trieb den Mitgliedern des Vereins Civium Anasi eine Freudenträne in die Augen. Es war kaum zu glauben, wie viele Freunde und Bekannte sich in diesem Jahr dem Zug angeschlossen hatten.

Wie ein großer Lindwurm bewegte sich der Festzug mit den Schlägen der Trommeln und dem Klang des Dudelsacks in Richtung Stadtplatz. Vor dem Stadtturm formierte sich die Gruppe zu einem großen Kreis. Nun war es an der Zeit, das altehrwürdige Gebäude von Enns vollends für die nächsten beiden Festtage in Besitz zu nehmen. Die Erstürmung des Stadtturms war gleichzeitig der erste Teil des „Turniers am Georgenberg“ in dem die einzelnen Lagergruppen gegeneinander antraten. Je ein Gruppenmitglied wurde hinaufgeschickt zur Aussichtsplattform. Dort oben erhielten sie je ein Wort überreicht, das hinunter geschrien werden musste. Die übrigen Mitglieder am Stadtplatz notierten sich die einzelnen Wörter und versuchten nun ihrerseits, einen Satz daraus zu bilden. Das Endergebnis der einzelnen Überlegungen würde dann am Sonntag bekannt gegeben.

Während die einen fleißig am schreien, schreiben und studieren waren, wurden die anderen mit Wein und Kuchen versorgt. Alex der Gaukler unterhielt gemeinsam mit der Feuermatrix und Schulmeister und Sackpfeifer die zahlreichen Zuschauer. Diese schlossen sich wenig später dem Festzug wieder an, der wieder zurück zum Festgelände zog.

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Geschäftiges Treiben im Lager Ein kleines Gespräch zwischendurch

Ein kleiner Rundgang

Als um knapp 11 Uhr die Lagergruppen am Georgenberg eintrafen, nutzten viele die kleine Programmpause für einen weiteren Rundgang auf dem Festgelände. Auch wir begeben uns nun noch einmal auf den Weg und erkunden, was es so auf dem Fest zu sehen gab:

Unser Weg führt uns zunächst vorbei am Mokkastand und der Taverne „Zum Wilden Wikinger“ in dem Roland Heinzle und sein Team die Gäste mit seinem Met und Bier versorgen. Arnulf das Schandmaul singt von längst vergangenen Tagen und zeigt sein ganzes musikalisches Können. Weiter geht es zum nächsten Stand. Isi präsentiert an ihren beiden Ständen mittelalterliches Kinderspielzeug und bietet ihre köstlichen Spezereyen an. Am nächsten Stand gibt es alles für Bogenschützen. Der Bogenstand Geisierich hat alles, was ein richtiger Schütze alles braucht. Wenige Meter weiter riecht es bereits nach glühender Kohle. „Der Hufschmied“ Christoph Küllinger präsentiert auch diese Jahr sein Handwerk.

Wir setzen unseren Rundgang fort und kommen an den Stand des „Honigbären“ der seinen „Berchtesgadener Honig“ anbietet. Auch Met ist in seinem Sortiment und wir probieren ein kleines Schlückchen. Am nächsten Stand arbeitet ein Drahtkorbflechter unter den Schatten spendenden Ästen der alten Eiche emsig an seinen neuesten Kunstwerken. Für Kinder gibt es einen Stand weiter viel zu tun. Die Familie Reiter lädt ein zum Specksteinschnitzen und zum Filzen. Unterschiedliche Salben und Tinkturen werden zum Kauf angeboten. Am Stand sind bereits jetzt viele Kinder am Werk und das wird auch in den nächsten Stunden so weitergehen.

Bevor wir nun zu den Lagern der Gruppen schauen, schwenken wir kurz ein und kommen zunächst an einen großen freistehenden Baum. Darunter hat Martin Ruzicka seine Pflanzen gekonnt aufgestellt, die er zum Kauf anbietet. Noch einmal schwenken wir ein und kommen zum Mittelkreis. Wir kommen zunächst zum Stand der „Waydwerker“ an dem getrocknete Früchte aus aller Welt und verschiedenste Ausrüstung für Ritter und Wächter angeboten werden. Bereits jetzt riechen wir die herrlichen Düfte, die „Sabin“ mit ihren Kräutern am nächsten Stand verkauft und sehen uns das erlesene Gewandsortiment von „La Regine“ durch. Etwas zum Anziehen haben wir nun, allein, für unseren Kopf suchen wir noch etwas Passendes. Doch auch das ist bei dem großartigen Angebot beim „Frechen Hut“ schnell gefunden… wobei, bei so vielen schönen Hüten fällt die Auswahl dann doch nicht leicht.

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Mäuseroulett Martin Ruzickas Kräuter Waydwerkers Früchte

Unser Blick geht weiter und wir sehen einen mit Fahnen geschmückten Stand. „Die Rittermacher“ haben alles, was ein Kinderherz höher schlagen lässt und nehmen sich immer viel Zeit für die Bedürfnisse und Wünsche ihrer jungen Kunden. Am nächsten Stand „Elke Trendpoint“ stöbern wir in dem großen Gewandsortiment und werden gleich fündig. Unterschiedlichen Schmuck finden wir bei Silvia Spindelberger. Als letzten Stand (last but not least) besuchen wir Biddi und Richard. Erstere hat ihr großartiges Angebot an unterschiedlicher Bekleidung dabei, letzterer hat alles, was ein richtiger Assassine braucht… und wenn wir an die Vorkommnisse der letzten Nächte denken, decken wir uns gleich mit allem ein, das wir zur Verteidigung unseres Lagers benötigen… wenn uns auch die Lagerwache sicher auch heute wieder gut beschützen wird.

Bevor wir uns wieder zurückbegeben in den Außenkreis bewundern wir noch den Schmuck am Stand von Angelika Karrer. Nun aber besuchen wir die einzelnen Lagergruppen. Als erstes kommen wir am Lager von „Solidurii ad Anasi – Die Getreyen von Enns“ vorbei, die bei diesem Fest zum ersten Mal lagern. Voll Stolz präsentieren sie, was sie in mühevoller Kleinarbeit in den letzten Wochen und Monaten alles geschaffen haben. Wir sehen eine liebevoll hergerichtetes Lager. Kompliment.

Wenige Meter weiter staunen wir nicht schlecht, als wir das herrschaftliche Zelt von Maria und Sascha sehen. „Gaudeamus“ hat sich gebührend eingerichtet und präsentiert sich in vollem Glanze. Als wir noch die Feinheiten der Möbel bewundern, steigt uns ein verführerischer Duft in die Nase. „Amentes Antiquitates“ kochen auf und verwöhnen die Besucher ihres Lagers mit herrlichen Speisen. Liebe geht bekanntlich durch den Magen und der Steyrer Verein versteht es, seine Gäste zu verwöhnen.

Wir setzen unsere Runde fort und kommen am Lager von „Bjornfolk“ vorbei. Die Wikinger haben sich gut eingerichtet und präsentieren sich in vollem Glanze. Nun spüren wir schon ein wenig, dass unsere Füße müde werden. Zum Glück ist das nächste Lager, das eines Medicus, um genauer zu sein, eines „Bruch- und Hodenschneiders“. Von „Collis Vaccarum“ lassen wir uns kurieren und machen uns wenige Minuten später frisch und munter wieder auf den Weg.

Im nächsten Lager wird ebenso fleißig gearbeitet. Speisen werden zubereitet, es wird gehandarbeitet. Im Lager der „Burgaere Lintze“ ist immer etwas los und wir staunen über die Fingerfertigkeit so mancher Teilnehmer. Einige Meter weiter bereiten sich die Mitglieder von „Via Nostra“ auf die bevorstehende Gerichtsverhandlung vor. Wir sind schon sehr gespannt, was der ehrenwerte Richter heute für Urteile fällen wird.

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Für jeden Ritter das Richtige Abendliche Stimmung am Handelsmarkt

Bei „Milites Templar Spilberg“ werden derweilen die Bogensehnen gespannt und die Pfeile gekonnt in die Ziele geschossen. Hier kann jeder sein Können am Bogen ausprobieren. Auch die „Kreuzritter zum silbernen Greif zu Wels“ haben sich beim Mittelalterfest am Georgenberg in Enns eingefunden und präsentieren sich in voller Stärke.

Wir schlendern weiter zur nächsten Baumgruppe und lassen uns von Hanne Schulmeister und Franz Zwanzger, den Drakoschneck, über das überaus vielseitige Handwerk der Weberei und Schneiderei informieren. Die beiden haben ihren Stand liebevoll hergerichtet und faszinieren uns mit ihrem detaillierten Fachwissen. Gleich hinter ihrem Stand treffen wir auf die Mitglieder von „Ursus Magnus“, die ihre Lager prächtig eingerichtet haben.

Unser Weg führt weiter vorbei am Stand der „Spiritus Victrix“, die in ihren Schottenröcken in gemütlicher Runde unter dem Sonnensegel versammelt sind. Von weitem hören wir ihren Anführer Wolfgang schreien. Er ist gerade dabei, eine Hexe zu verkaufen. Ob er heute erfolgreich sein wird?

Als wir uns umdrehen erkennen wir das große Lager von „Furor Celticus“. Die Kelten aus Linz sind in ihrer vollen Stärke in Enns eingezogen. In ihrem Lager sehen wir viele Kinder, die sich im Messerwerfen und Armbrustschießen versuchen. Einige Minuten später setzen wir unseren Rundgang fort und informieren uns im Museumszelt des veranstaltenden Vereins Civium Anasi über die Ennser Stadtgeschichte. Wir erhalten viele Informationen über das Jubeljahr 2012 und zum Abschluss prägen wir noch einen Ennser Pfennig, der im Mittelalter die gängige Währung in der Stadt war.

Nun sind wir erschöpft von unserem langen Fußmarsch. Ehe wir bei der „Civium Anasi Taverne“ einkehren, holen wir uns am Stand von Peter und Monika Szócska einen flaumigen warmen ungarischen Baumkuchen, den wir uns auf der Zunge zergehen lassen. Bevor wir uns dann endlich niedersetzen können, werden wir von Hannes, dem Jausenträger aufgehalten, der uns noch schnell eine seiner köstlichen Hirschwürste anbietet.

Nun brauchen wir allerdings eine Pause. So genießen wir ein kühles Getränk und verzehren eine herrlich schmeckende Kistensau von Helmut Käferböck und seinem Team. Eines haben nämlich nachher noch vor: Wir machen mit beim Mäuseroulett und versuchen unser Glück.

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Da gab’s viel zu schauen und zu staunen… …bei Alex dem Gaukler und seiner Show.

Nachmittag und Abend

Der zweite Teil des „Turniers am Georgenberg“ rückte nun immer näher. Um 14 Uhr stand das Bogenschießen beim Stand der „Milites Templar Spilberg“ auf dem Programm. Da traten sie an, die besten Bogenschützen, die am Fest teilnahmen und schossen gekonnt ihre Pfeile auf dem in vielen Stunden aufgebauten Bogenstand.

Beschwingt ging es an diesem Nachmittag weiter. Alex der Gaukler versetzte das Publikum in Staunen und zeigte sein ganzes Können bei seiner aufregenden Vorführung. Arnulf das Schandmaul sang und unterhielt das Publikum prächtig, ehe Franz Wieser den Besuchern des Festes vorführte, wie er ganz ohne Seile, Nägel oder sonstigen Hilfsmitteln eine Brücke aus Holz baute. Damit hatte er sich als mittelalterlicher Händler Maut bei der Überquerung der Enns gespart. Als das der ehrenwerte Richter von „Via Nostra“ erfuhr, wurde ihm bei der anschließenden Gerichtsverhandlung der Prozess gemacht. Das Urteil war gerecht und Franz musste seine Brücke vor den Augen der Zuseher verbrennen. Es wurde noch in einigen weitern Prozessen Recht gesprochen, ehe der Verein Gaudeamus zum Tanz lud.

Den Abschluss des heutigen Tages bildete erneut die atemberaubende Show der Feuermatrix. Franz, Sue und David begeisterten erneut das Ennser Publikum. Anschließend war es wieder Zeit, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Auf Grund der guten Stimmung dauerte es allerdings sehr lange bis die letzten Lichter gelöscht wurden und das war auch gut so. Viele genossen die Zeit auf dem Fest und freuten sich bereits jetzt auf einen weitern wundervollen Tag.

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Die Nachtwache sorgte für Ruhe Heiß ging es her in der Arena Wolkenloser Abendhimmel

Sonntag, 7. August 2011

Morgen

Der letzte Festtag begann etwas ruhiger. Viele Teilnehmer waren am Vorabend sehr lange auf den Beinen gewesen und ließen sich Zeit, aufzustehen. Die „Eierspeys“ von Civium Anasi und der starke Sarazenentrank (Kaffee) aus der Taverne machten schließlich auch die Müdesten wieder fit.

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Der ehrenwerte Richter sprach Recht dagegen setzten sich die Angeklagten zur Wehr.

Vormittag

Der Sonntag stand noch einmal ganz im Zeichen des „Turniers am Georgenberg“. Nach einem Auftritt von „Schulmeister und Sackpfeifer“ lud der Verein Civium Anasi zum „Mysterium der illuminierten Felder“, einer mittelalterlichen Version des bekannten Kinderspiels „1, 2 oder 3“. Hier mussten nun die Lagergruppen ihr Wissen über die Ennser Stadtgeschichte unter Beweis stellen und konnten noch einmal viele wichtige Punkte für die Endbewertung sammeln.

Ehe bei der Siegerehrung die Gewinner des Turniers bekannt gegeben wurden, sorgte Alex der Gaukler für ausgelassene Stimmung in der Arena. Es war bewundernswert, was er alles zustande brachte. Da wurde mit allem Möglichen jongliert, die schwersten Gegenstände balanciert und alles mit Leichtigkeit und viel Humor.

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Ich hätte noch eine Klage… Zufrieden mit dem Urteilsspruch Höret, das Gericht ist beendet!

Nachmittag

Um 13 Uhr wurden dann die Sieger des Turniers bekannt gegeben. „Milites Templar Spilberg“ gingen aus allen Durchgängen als Sieger hervor. Belohnt wurde der Einsatz aller teilnehmenden Gruppen mit vielen Preisen. Die Gewinner erhielten eine Wurstkranz von der Fleischhauerei Reisinger und ein Riesensalzstangerl der Bäckerei Aichberger verliehen.

Während im Anschluss an die Siegerehrung Arnulf das Schandmaul noch einmal seine Gesangskünste zum Besten gab, machte Gerti Magerl die letzte Stadtführung an diesem Festtag. Schließlich verging die Zeit wie im Fluge und um 15 Uhr stand der letzte Programmpunkt des Festes an. Via Nostra lud noch einmal zur Gerichtsverhandlung, bei der nicht nur ein Zechpreller, sondern auch ein falsch spielender Musiker, ein Gewandschneider und Hannes der Jausenträger vor die Richterbank treten mussten. An diesem Tag war allerdings der ehrenwerte Richter milde gestimmt und erließ dementsprechende Urteile.

Mit der traditionellen Zollabfertigung wurde das Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2011 beendet. Zur Freude aller hatte das Wetter bis zu diesem Zeitpunkt ausgehalten und es dauerte noch eine ganze Weile, bis der lange angekündigte Regen einsetzte. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings die meisten Lagergruppen und Händler ihre Zelte und Stände abgebaut und so konnten viele trockenen Fußes die Heimreise antreten.

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Eine kleine Verschnaufpause vor der… …mittelalterlichen Zollabfertigung.

Unser Fazit

Der Verein Civium Anasi – Ennser Bürgerschaft ist zufrieden mit dem heurigen Fest und alle freuen sich auf das große Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2012 mit dem Titel „1212 – Enns 800 – 2012“ bei dem wir in gebührendem Maße das 800-jährige Jubiläum der Stadtrechtsverleihung feiern werden. Die vielen positiven Rückmeldungen waren für uns eine große Bestätigung und Belohnung für unsere monatelangen Vorbereitungen. Wir sind aber auch sehr dankbar für die zahlreichen Verbesserungsvorschläge und sind bemüht unser Fest auch im nächsten Jahr zu verbessern und zu erweitern. Sollten auch Sie uns etwas mitzuteilen haben, bitten wir Sie, sich bei uns unter fest@civium-anasi.at zu melden. Wir danken für Ihre Kritik.

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Alles ist gut gegangen Zufriedene Gesichter beim Festende

Unser Dank

An dieser Stelle wollen wir auch unseren Dank aussprechen. Ohne die Hilfe vieler verschiedener Leute, Institutionen, Firmen und Vereine, wäre das Fest nie zu diesem schönen und vielseitigen Anlass geworden, den wir heuer erleben durften.

Wir danken besonders…

… allen Helferinnen und Helfern, die uns an den drei Tagen unterstützt haben.

… der Stadtgemeinde Enns und dem Bauhof für ihre tolle Unterstützung.

… unseren Hauptsponsoren für die tatkräftige Unterstützung bei unserem großen Vorhaben.

… den Sponsoren der Turnierpreise (Fleischhauerei Reisinger, Bäckerei Aichberger, Schlosscafé Enns, TSE Enns und Familie Maleninsky)

… allen Händlern und Lagergruppen, die das Fest so toll mitgestaltet haben.

… Alex der Gaukler, Arnulf das Schandmaul, Hanne Schulmeister und Franz Zwanzger, Schulmeister und Sackpfeier, Christoph Küllinger sowie Via Nostra für ihre Darbietungen bzw. ihr präsentiertes Handwerk.

… den Bewohnerinnen und Bewohnern des Reintals für ihr Verständnis, weil wir die Straße absperren mussten.

… allen Medien, die eine Festankündigung veröffentlichten und Berichte über unser Fest brachten (ORF-Oberösterreich, TIPS-Enns, Ennser Rundschau, Kronenzeitung, Oberösterreichische Nachrichten)

… allen Festgästen für ihr Interesse und ihre Begeisterungsfähigkeit.

Das nächste Mittelalterfest am Georgenberg in Enns…

1212 – Enns 800 – 2012

Mittelalterfest am Georgenberg in Enns 2012

anlässlich 800 Jahre Stadterhebung der Stadt Enns

Freitag, 3. August 2012 – Festbeginn 19 Uhr

bis

Sonntag, 5. August 2012 – Festende 16 Uhr

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!