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Mittelalterliches Hexentreyben in Rechberg 2010

ca_-_rechberg_2010_-_01Spät war unsere Vorhut am Freitag vor dem Hexentreyben nach Rechberg gekommen. Der Einbruch der Dunkelheit stand kurz bevor und es galt noch, das große Stauferzelt aufzubauen - eine schweißtreibende Arbeit, wenn man das noch nicht so oft getan hat. Da gilt es einiges zu beachten. Doch irgendwann war es geschafft und so konnten wir uns noch einmal gemütlich niederlegen. Es war die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Wir wussten, in wenigen Stunden würde es losgehen: Das erste Mittelalterfest mit Beteiligung der Ennser Bürgerschaft…

 

Kaum hatte der Hahn gekräht, da wurden wir auch schon von der Nachhut geweckt. Die waren vielleicht gut drauf. Im Gegensatz zu uns hatten die auch auf bequemen Matratzen geschlafen und wir… na ja. Doch eigentlich war es gar nicht so schlecht. Sebastian rühmte sein selbstgebautes Feldbett. Nur in den Armen einer schönen Maid würde man besser schlafen, meinte er. Das will schon etwas heißen.

 

ca_-_rechberg_2010_-_02Einiges hatten wir noch zu tun, ehe wir die Gäste des Festes in unserem Zelt willkommen heißen konnten. Das große Stauferzelt richteten wir passend ein. In den Tagen zuvor hatten wir unsere fünf Geschichtsbanner über die Geschichte der Stadt Enns fertig gestellt, hatten vom Museum Lauriacum dankender Weise wunderbare Replikate des im 12. Jahrhunderts üblichen Ennser Pfennigs erhalten und waren mit einer Menge an Infomaterial über die Geschichte der Stadt Enns ausgerüstet. Wir wollten den Leuten Lust auf Enns machen, sie einladen, mit uns auf eine kleine geschichtliche Reise zu gehen. Auch für Kinder hatten wir ein Programm. Drei verschiedene Ausmalbilder zur mittelalterlichen Geschichte waren bereitgestellt.

 

Die Instrumente wurden gestimmt, die Stimmbänder mit köstlichem Most geölt. Wir waren bereit für den Besucheransturm. Es war kurz vor Beginn des Festes und…

 

 

 

ca_-_rechberg_2010_-_03Tröpfchenweise kamen die Besucher zum Fest. Es war wirklich zu heiß. Wir hatten es gut auf unserem schattigen Plätzchen, das mit der Zeit zu einer Art Mittelstation in der Bergwertung zwischen großem Lagerplatz und dem Großdöllnerhof wurde. Genug Getränke hatten wir auf Lager und ein Plätzchen war immer frei. Wir genossen die Ruhe, sangen unsere Lieder, unterhielten uns mit den Gästen, luden die Kinder ein, im Schatten des Zeltes ein wenig auszuruhen und sich ein Ausmalbild zu holen oder einen selbst gesuchten Stein zu bemalen.

 

Der Tag verging viel zu schnell. Es war immer etwas los. Als der Abend hereinbrach war es Zeit, das Tanzbein zu schwingen. Unsere Freunde von der Tanzgruppe Gaudeamus trafen nach und nach ein. Mit dem Duo „Sackpfeyfer und Schulmeyster“ probten wir unter den prüfenden Augen des Rechberger Publikums einige Tänze. Eine spontane Zusammensprache mit „Rihannon“ verschaffte uns einen Auftritt vor der Festbühne. Damit war aber der Höhepunkt des Abends noch nicht erreicht. Wir tanzten weiter am Lagerplatz bis uns die Füße schmerzten.

 

Einige von uns hatten es sich mittlerweile vor dem Zelt gemütlich gemacht. Bei uns herrschte ein Kommen und Gehen. Es war herrlich, so viele Leute bei uns begrüßen zu dürfen, so viele Bekanntschaften zu schließen. Das war der eigentliche Höhepunkt für viele von uns an diesem Fest. Wie viele Flaschen Wein wir an diesem Abend tranken, wissen wir nicht mehr genau, aber der Schlaf war herrlich. Das muss die gute Mühlviertler Luft sein…

 

Am nächsten Tag standen wir auf, als wäre nie etwas gewesen. Putzmunter waren wir. Na ja, einige brauchten schon etwas länger, bis sie ihre Augenlieder wieder einigermaßen auseinander bekamen. Spätestens als Sebastian sein Bett unabsichtlich zerlegte, waren alle hellwach. Tja, da waren sie schnell wieder dahin, die Schwärmereien über ein herrliches Bett. Zumindest hatte es bis zum Morgen gehalten.

 

ca_-_rechberg_2010_-_04Nach einem herrlichen Frühstück unter freiem Himmel begann für uns der Tag. Auch am Sonntag ließ Petrus die Sonne kräftig scheinen. Wir hatten es gut im Schatten.

 

Leider ging dieser Tag wie der Tag zuvor viel zu schnell vorbei. Da wir kurz vor Festende von einer Wetterwarnung erfahren hatten (Es sollte angeblich starker Wind aufziehen und Regen und Hagel mit sich bringen), beschlossen wir, so schnell als möglich unsere Zelter abzubauen. Der Regen blieb aus und kam erst, als unser Obmann spät in der Nacht müde aber glücklich nach Hause kam.

 

 

Unser Fazit des Wochenendes:

 

Das Hexentreyben in Rechberg ist ein wunderbares Fest. Trotz seiner Größe hat es seinen familiären Charakter nicht verloren. Das Gelände ist wunderbar und die Aufteilung der einzelnen Akteure war gut gemacht (Vor allem wir hatten einen der besten Plätze für die heißen Temperaturen erwischt. Ein großes Dankeschön an Tobias Hundertpfund). Das Fest war gut organisiert, das Programm war sehr gut durchdacht. Für die Besucher war immer etwas los. Es gab sehr viele wirklich herausragende und besondere Programmpunkte. Das Pflanzen der Tanzlinde ist eine wunderbare Idee gewesen.

 

Wir genossen am allermeisten das Zusammensein mit so vielen Gleichgesinnten, die vielen netten Bekanntschaften, die wir schlossen, die vielen guten Gespräche und Begegnungen, die sich ergaben. Auch alte Bekannte trafen einige von uns, die sie schon länger nicht gesehen hatten.

 

Auch wenn wir davon nicht selbst betroffen waren, so schreckte uns doch der vergleichsweise hohe Eintritt, der für Festbesucher zu zahlen war. Außerdem war die Hauptschank schlecht organisiert. Wer möchte schon minutenlang in der Affenhitze auf ein Getränk oder auf das Zurückgebendürfen eines Glases warten. Das sollte noch verbessert werden.

 

Was uns aber wirklich geschreckt hat war, wie der Hauptgaukler des Festes seine Witze machte. Auf Kosten von Kindern, die sich nicht wirklich wehren können, das Publikum zu unterhalten, finden wir alles andere als lustig. Das ist eher peinlich und beschämend.

 

Trotzdem. Für uns überwiegen die vielen positiven Aspekte dieses wunderbaren Festes. Wir gratulieren noch einmal dem Veranstalter für seine Engagement und seine hervorragende Arbeit und freuen uns auf das nächste Fest in zwei Jahren. Wir wünschen allen Beteiligten bis dahin alles Gute und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen… vielleicht auch bei einem Mittelalterfest in Enns.

 

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Tanzabend mit Gaudeamus am Donnerstag, 29. Juli 2010 im Schloss Ennsegg
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Es war uns eine große Ehre und eine große Freude die Mittelaltertanzgruppe Gaudeamus bei uns in Enns begrüßen zu dürfen. Gemeinsam verbrachten wir ein paar schöne Stunden im Schloss Ennsegg und studierten verschiedenste Tänze ein.

 

In ungezwungener Atmosphäre konnten auch diejenigen von uns, die zwei linke Tanzfüße haben gut mithalten und hatten ihre Freude dabei. Hier kann wirklich jeder mitmachen, ob alt oder jung, ob guter oder schlechter Tänzer. Alle sind willkommen und werden von den Mitgliedern der Tanzgruppe mit offenen Händen empfangen.

 

Durch die gute Erklärung des erfahrenen Tanzmeisters hat man die Schrittkombinationen der einzelnen Tänze schnell verstanden und kann sich ganz auf das Tanzen einlassen, sich einfach vom Rhythmus der Musik treiben lassen.

 

…bis unser Franz wieder merkte, dass er mit den Gedanken zu weit weg und jemanden auf den Fuß gestiegen war. Zum Glück hatte er dabei nicht seine Holzschuhe an… Autsch!

 

Wir freuen uns schon wieder auf den nächsten Tanzabend. Dieser findet am Donnerstag, 10. Juni 2010 von 19:00 bis 22:00 Uhr im Schloss Puchenau statt. Eines ist schon mal sicher: Einmal dabei gewesen, hat man Lust auf mehr!

 

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